One Comment

  1. Ein Bild sehen als das, was es ist: ein Bild.

    Um dann, geht man (hin)über zur Interpretation des Bildes und Projektion eigener Vor-Stellungen, nicht aus dem Blick zu verlieren, dass, ähnlich wie die literarische Installation Gedicht, auch ein Bild so etwas wie ein lyrisches Ich projiziert – auf was auch immer.
    Selten auf unschuldig weißes Verstehen-Wollen eines objektiv interessierten Betrachters.

    Warum soll die Internet-Präsenz eines Menschen eine andere sein als dessen reale Präsenz, die sich schützt, die spiegelt, wirbt – täuscht?

    Warum Authentizität – weil wir uns nach einem Elysium sehnen, in dem wir sein können, was wir sind? Wo wir doch eigentlich (also im Eigen-Licht) uns weder als ganz angenommen sehen und auch selbst nicht (ganz) angenommen haben?

    Warum also von einem Menschen erwarten, sich nackt und somit verwundbar zeigen – und das in einem Medium, das alles, was man zeigt, weitaus intensiver und ungezügelter exponiert als stünde man im eigenen Vorgarten?

    Außerdem – was ist das – reales Leben? Das Internet und die eigene Präsenz darin gehört zum realen Leben und ist kein Paralleluniversum, in dem andere Gesetze gelten.

    Sich verwundbar zeigen bleibt ein Privileg der Starken.

    Zu den letzten drei Fragen geantwortet: Ja, vielleicht und: Das weiß ich nicht.

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